Dnipropetrovsk
(oder "Dnepr", wie die Einheimischen ihre Stadt nennen), wurde
1776 gegründet und liegt am Fluß Dnepr. Die ukrainische Stadt ist die
zentrale Handels- und Industriestadt im Osten der Ukraine. Mit ihren 1,053
Millionen Einwohnern (April 2005) gilt sie als eine der schönsten Städte
der Ukraine.
Am
frühen Morgen erreichten wir Dnipropetrovsk und erstanden erst einmal
einen Stadtplan. Anschließend gingen wir zu Fuß zum Ticketstand des
Eispalastes - ein wenig Sightseeing inklusive, denn wir waren zum 1. Mal
in der Stadt.
Wir
erreichten den Ticketschalter nach ungefähr einer Stunde. Er war immer
noch geschlossen, aber es standen bereits eine Menge Leute davor, die alle
ein Ticket kaufen wollten. - Alle mit Gepäck, so dass wir schlossen, dass
sie auch alle von auswärts kamen.
Auf dem Weg
zum Eispalast war ich sehr erstaunt gewesen, weil wir keine Werbeplakate für
das Konzert entdecken konnten. Das erste entdeckte ich erst in der Nähe
des Ticketschalters und da verstand ich, warum ich vorher keine entdecken
konnte. Die Plakate waren sehr geistreich angebracht worden: hoch oben an
den Mästen entlang der Straße und nicht an den dafür vorgesehenen
Anschlagtafeln. Aber so konnten die Organisatoren 2 Fliegen mit einer
Klappe schlagen: Zum einen wurden die Plakate so von vielen gesehen und
zum anderen konnte sie niemand mitnehmen, so dass sie bis zum Konzerttag hängen
blieben....
Die 2. Überraschung,
die uns ereilte, war die Inschrift auf den Plakaten. Wir waren ein wenig
erstaunt über die Bezeichnung "Eine Legende der Krim" gleich
neben Thomas' Namen. Aber schließlich sahen wir, dass es sich dabei um
den Werbespruch eines Sponsors handelte.... Der Werbespruch ging weiter
mit "Rufe das Vergnügen zurück" und zusammen mit dem Namen
Modern Talking vor Thomas' Namen erhielten wir den Eindruck, dass wir zurück
in die Vergangenheit sollten.
Dieses Gefühl
verstärkte sich mit der Zeit, als sich die Zuschauer eine Stunde vor dem
Konzert langsam aber sicher versammelten. Sie kamen aus allen Ecken des
Landes, um Thomas' 1. Konzert (nach einer langen Pause) in der Ukraine zu
erleben. Von Kiew, Odessa, Zaporozhye.... Auffällig war, dass viele
gleich mit ihrer gesamten Familie angereist waren: Mütter, die Thomas aus
den 80ern kannten, zusammen mit ihren erwachsenen Töchtern, welche während
der späten 90er Fans von Thomas wurden. Zudem konnten wir 3 Generationen
auf einmal entdecken, eine Beobachtung, die den Spruch "Liebe kann
alle Altersstufen vereinen" wahr werden ließ. Und so kamen ca. 4000
Menschen zusammen, um Thomas' Musik zu erleben.
In der Nähe
des Eingangs sahen wir eine etwa 70 Jahre alte Frau, die frische Rosen
verkaufte. "Kauft die Blumen für Thomas Anders!", rief sie und
erzählte jedem Kunden ihre leidenschaftliche Geschichte: "Ich kam
hierher, um ein Ticket zu kaufen, aber 70 Hryvnas sind zu viel für mich!
Ich könnte evtl. 30 bezahlen... Aber okay, ich werde diese Blumen
verkaufen und vielleicht bekomme ich genug Geld für ein Ticket! Ich liebe
sie so sehr! Ich bin ein riesiger Fan von ihnen! Wie sie singen! Und
dieser Anders ist so attraktiv! Der Blonde ist nicht so nett, aber dieser
hier...!" Diese klug ausgelegte Werbekampagne zeigte ihre Wirkung -
sie verkaufte ihre Rosen sehr schnell!
Letztendlich
wurden die Türen geöffnet und die Besucher strömten in die Halle. Nach
40 Minuten erschienen die Musiker auf der Bühne und das Konzert startete
mit einem Gitarrensolo von "Tonight is the night" - was bereits
Tradition ist. Nach dem Song begrüßte Thomas das Publikum. Und er kam er
sehr schnell in Kontakt mit ihm, insbesondere da er einige direkt an der Bühne
persönlich begrüßte.
"Geht
es Dir gut?", fragte er ein Mädchen in der 1. Reihe.
"Nein", gab sie schüchtern zur Antwort. "Nein? Dir geht es
nicht gut?" - schrie Thomas ungläubig und fügte nach einer Weile
hinzu, "Bist Du okay?". Dieses Mal versicherte sie dies.
"Ja? Aber "gut" bedeutet "okay"! - Nur damit Du
Bescheid weißt!", sagte Thomas. - Anschließend fragte er sie nach
jedem Song, ob es ihr gut ginge, was dann aber nicht nur von ihr, sondern
vom gesamten Publikum bestätigt wurde. Dies intensivierte das tolle Gefühl,
das bereits durch das Live-Konzert hervorgerufen worden war!
Nach dem 1.
Lied waren die Zuschauer zur Bühne gestürmt, wo allerdings die
Sicherheitsleute standen. Sie versuchten für Ordnung zu sorgen und
untersagten eigentlich Blumen und Geschenke zu übergeben.... Thomas
wiederholte ziemlich oft "Danke, aber ich bin zum Singen hier. Du weißt,
singen wie la-la-la."
Die
Aufregung stieg an und die Mühen der Sicherheitsleute wurden immer
hoffnungsloser... Zu Konzertmitte aber wurden die Fans durch die Security,
dem Kontrollpersonal und dem Millitär von der Bühne getrennt. Dies
konnte die Stimmung jedoch nicht wirklich trüben. Im Gegenteil, Thomas
und seine Band heizten die Stimmung richtig an. Er war fröhlich, witzelte
sehr oft herum und kommunizierte ständig mit dem Publikum. Wir waren
total glücklich, dass keine Sprachbarriere herrschte. Das Publikum
antwortete schnell, obwohl er nur Englisch sprach.
Positiv überrascht
waren wir von der Tatsache, dass die Zuhörer nicht nur MT-Hits, sondern
auch Lieder von seinem letzten Album forderten. - Es ist schade, dass nur
so wenige Solo-Hits im Programm enthalten waren.
Nach
"Independent Girl" schrie ein Typ in der Nähe der Bühne:
"Anders!" Sing endlich "Brother Louie"!" Und die
Mädchen in seiner Nähe antworteten: "Wir brauchen keinen
"Brother Louie". Nehmt diesen Idioten hier weg!".
Nach dem
traditionellen Mix von "In 100 years" und "King of
Love" bekam Thomas einen weiteren Blumenstrauß. Eine Frau mittleren
Alters gelangte auf die Bühne und versuchte sich hinter ihren Lieblingssänger
zu stellen. Ihr Freund konnte allerdings zunächst kein Foto der beiden
machen, da die Sicherheitsleute versuchten sie
von der Bühne zu entfernen. Aber letztendlich siegte die Frau dann
doch. Beim 3. Versuch klappte es, bevor sie endgültig von der Bühne
geholt wurde.
Während
dieser Situation sprach Thomas die ganze Zeit mit seinem Publikum.
"Ich liebe Dich!", schrie ein asiatisches Mädchen in der 1.
Reihe. "Was?", fragte Thomas und wiederholte es laut für alle.
"Sie sagt, sie liebt mich. Mmh, woher kommst Du?" Er
spezifizierte: "Kommst Du aus China?" - und er ging "She
has China in her eyes"-singend auf die andere Seite der Bühne .
Dort
performte er allerdings nicht diesen Song, sondern "Love is forever".
Anschließend erinnerte er sich an "Deutschland sucht den Superstar -
2003". Seine Band begann dissonante Töne zu produzieren. Als
Erinnerung für ihn, dass er zu viel reden würde....
"Entlassen", sagte daraufhin Thomas zu seinem Drummer und
beendete seine Rede. Er erzählte dem Publikum, dass "TV makes the
superstar" eine Hymne für diesen Wettbewerb gewesen wäre und das
Publikum war glücklich den Song zu hören. - Außer dem Typen, der
weiterhin "Brother Louie" forderte.
Während
der Pausen zwischen den Songs stürmten 2 junge Mädchen mit einem
Rosenstrauß auf die Bühne. "Alle Arten von Blumen...", begann
Thomas, kaum die Blumen erkennend. "Alle Arten spanischer
Rosen", fügte er hinzu, nachdem er sie im Detail untersucht hatte.
Lars, der Gitarrist, spielte eine bekannte spanische Melodie an.
"Alle Arten von Spanischen Gitarren" setzte Thomas fort.
"Alle Arten des Dolce Vita.... Hier ist für Euch: No Face No Name No
Number!" Das Publikum explodierte!
Nach diesem
Song brachte ein Mädchen einen riesigen Strauß roter Rosen zu ihm auf
die Bühne. Thomas dankte ihr, während er verträumt die Zeile "Red
roses for the blue lady…..." von Guy Lombardo's Lied sang. "Mögt
Ihr diesen Song?"
Anschließend
ließ er sich am Rande der Bühne auf einer Installation für das Licht
nieder. Eindeutig in der Erwartung von etwas ganz besonderem....
"Einem sehr, sehr persönlichem Song", wie er mitteilte.
Allerdings wurde dieser romantische Moment etwas gestört, als plötzlich
die Konstruktion unter ihm nachgab. Thomas konnte sich grad noch fangen
und bemerkte lachend: "So fett bin ich doch gar nicht!".
Während
Thomas dann von seiner Arbeit mit Holiday On Ice und dem Grund des
Liedes sprach, schossen 2 Mädchen Fotos. Hinter ihm stehend, eine nach
der anderen. Thomas, ein wenig verdutzt, fragte sie "Geht es Euch
gut?" Und als die Mädchen ihm dankten, antwortete er mit bleibender
Höflichkeit "Bitte sehr, gern geschehen.". Anschließend
beendete er seine Ausführungen über die Wichtigkeit, sich Träume zu
erhalten und Dinge auch mal mit Kinderaugen zu sehen. "Meine
Kinder!" - unter Lachen verbesserte er sich selbst: "Mein
Kind.". Er fügte hinzu, dass er nur ein Kind hätte und dass er
nicht wüsste, ob er mehr haben wird. - Seine Rede über Liebe und Träume
wurde natürlich mit dem Song "Just Dream" abgeschlossen.
Thomas sang dann "You can win if you want"
und "Win the race". Währenddessen fragte er ein Publikum, ob sie
Michael Schumacher kennen würden. Dabei machte er den Sound eines Formel
1-Boliven nach - sehr natürlich übrigens! Anschließend kehrte er zu
Thema "Träumen" zurück und performte seinen letzten Soo-Song
an diesem Tag - "Live your dream".
Der Song
endete mit der Vorstellung der Musiker: Gitarrist Lars, Drummer Nick,
Keyboarder Bernd und Bass-Gitarrist "Thorsten" (Rob natürlich,
aber da Thomas mal wieder zugeben musste, diesen Namen vergessen zu haben,
taufte Rob sich selber Thorsten....). Thomas fügte noch jeweils ein paar
nette Worte hinzu und versuchte zudem noch die Zimmernummern im Hotel
bekannt zu geben! Und er fuhr nicht fort, bis er die Reaktion des
Publikums zu hören bekam! Anschließend fühlte sich Lars so frei und
kommunizierte ein wenig mit den Zuschauern am Bühnenrand und Thorsten
zeigte, dass er kein T-Shirt mit "Der Gitarrist von Thomas
Anders" trug. Aber es konnte ihn nicht vor einem Solo auf der Gitarre
abhalten.
Nach
dieser Vorstellung erinnerte sich Thomas plötzlich an das asiatische Mädchen
und fragte: "Wo ist meine Freundin aus China? China!", rief er
in verschiedenen Stimmlagen und flötete ein paar orientalische Melodien.
Schließlich näherte sich ihm ein Mädchen und Thomas fragte, wie sie hieße.
- Sie hatte ihren Namen mehrfach zu wiederholen, bis Thomas ihn fehlerfrei
nachsagen konnte. "So, ich spreche fließend chinesisch!",
schloss er und performte "China in her eyes" nur für sie.
Anschließend rief er sie nochmals zu sich und fragte, ob ihr der Titel
gefallen hätte. Ihre Antwort lautete "Thomas, ich liebe Dich für
immer!" "For always and forever", reagierte er spontan....
Komplettiert
wurde das Konzert mit einem MT-Medley der 80er Jahre-Hits: "Geronimo's
cadillac", "Jet Airliner", "Atlantis is calling",
"Brother Louie" und "Cheri cheri lady". - Natürlich
benötigten diese Songs keine spezielle Präsentation! Und auch der arme
Typ, der seit Beginn des Konzertes nach "Brother Louie"
geschrieen hatte, wurde befriedigt. - Und Thomas gab dann auch gleich
bekannt, dass er den Song nur aufgrund eines Sonderwunsches singen würde!
Anschließend
bedankte sich Thomas bei jedem: "Ihr wart ein wundervolles Publikum!
Wundervoll!". Nebenbei bekundete er seine Russisch-Kenntnisse, die er
durch Lars bereichern konnte, mit der Phrase "Ja lublyu tebya (Ich
liebe Euch)". Aber wer uns mehr erstaunte war Thorsten, der fast ohne
Akzent fragte "Wo ist der Bahnhof?". Anschließend teilte er uns
in russisch seine Adresse mit. Auf Thomas' Frage nach seiner Telefonnummer
jedoch antwortete er schüchtern, dass er nicht genug Geld für ein
Telefon hätte...
Das Ende
wurde durch ein weiteres witziges Highlight gekennzeichnet. Trotz der
Security schafften es 2 Jungen auf die Bühne und einer von ihnen schüttelte
Thomas die Hand, während der andere ins Mikro schrie, "Ich liebe
Modern Talking! Ich liebe Thomas Anders!" Selbst diese Situation
konnte Thomas nicht aus der Ruhe bringen und er klopfte einem von ihnen
auf die Schulter. Als ein Angestellter die Störenfriede dann von der Bühne
holen wollte, wurde er von der Security von den Beinen gerissen und auch
seine Ausführungen, dass er hier arbeiten würde, halfen erst mal
nichts...
Als
Zugabe stand "You're my heart, you're my soul" auf dem Programm
und es wurde vom Publikum statt von Thomas gesungen. Anschließend sagte
Thomas goodbye und verschwand hinter der Bühne.
Das Taxi, das uns dann später
zum Bahnhof brachte, war mit einem Fernseher ausgestattet. - Und was
erschien plötzlich auf dem Bildschirm? Das Video von "You're
my heart, you're my soul '98"!
Wir verließen
die gastfreundliche Stadt und freuen uns auf das nächste Konzert, wo wir
hoffentlich nicht nur die alten, sondern auch neue Solo-Songs hören
werden!
Danke
Dnipropetrovsk, Danke Thomas! Wir sehen uns!
Thomas' neue chinesische Freundin! 
Text
und Fotos: (c) Alina für www.Thomas-Anders.ru
Übersetzung:
(c) Pinwand für Thomas Anders-Fans, mit freundlicher Genehmigung und
Freigabe durch Alina. - We
say "Thank you!"
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