|
Unser Gespräch mit Thomas Anders in seinem Ferienhaus auf der Insel
„Das war’s–nie wieder
Ibiza …“
Seine
ersten Ibiza-Erfahrungen waren nicht besonders glücklich
Keine
Frage, der Sänger Thomas Anders ist nach der Trennung von Dieter
Bohlen
gefragt wie nie: Er moderiert „Best of Formel Eins“ beim TV-Sender
Kabel 1. Er
gibt große Konzerte in Sankt Petersburg und sogar im Moskauer Kreml.
Sein
Wunschkandidat „Max“, vorgestellt bei Stefan Raab, vertritt
Deutschland beim
„Grand Prix“, dem europäischen Schlagerwettbewerb. Außerdem startet
Thomas
im Juni zwei große Konzerte in Berlin und Oberhausen. Auch seine neue CD
„This
Time“ ist gerade auf dem Musikmarkt. Ein Leben zwischen Studio und Bühne.
Ein
Leben in Hektik – aber Thomas Anders hat für sich und seine Familie
einen
Ruhepunkt: sein Haus auf Ibiza. Dort haben wir uns zum Gespräch
getroffen.
Am grünen Tor zum Grundstück auf einem der Hügel über der Talamanca
steht kein Name.
Neben der Klingel das Auge der Kamera. Freunde kennen das Grundstück.
Wenn Fremde
kommen, stellt Claudia, Thomas Anders’ Frau, eine große Holz-Ente vor
die Tür. Damit
Fremde die Adresse finden.
Es ist ein schönes Haus, aber kein protziges, das Thomas Anders mit Freu
Claudia und
Sohn Alexander (2) bewohnt. Vom Wohnzimmer geht der Blick in den schönen
Garten mit
Pool. In der Ferne sieht man die Festungsmauern von Eivissas Altstadt.
Einblicke
verhindern Oleanderhecke und Mimosenbäume.
 |
Star-Allüren
sind ihm fremd.
Er hört auch gern zu, wenn
andere reden. Im Hintergrund
die blühenden Mimosen im
Garten der Familie Anders. |
Im Wohnzimmer eine weiße Sitz-Garnitur, brennende Kerzen, der schwarze Flügel,
viele
Blumen. Thomas Anders sitzt auf dem Sofa, Sohn Alexander turnt herum,
Claudia serviert
uns Tee. Man spürt, dass sich die drei auf Ibiza wohlfühlen. Dabei waren
Ibiza und Thomas
Anders eine Geschichte, die nicht gerade nach Happy End aussah. Er erzählt:
„Meine Geschichte mit der Insel fing ganz furchtbar an. Zum ersten Mal
war ich im Sommer
1986 mit meiner Ex-Frau hier. Es hat in Strömen geregnet, wir waren im
einzigen 5-Sterne-
Hotel der Insel, im La Hacienda bei Sant Miquel. Aber das hatte zwei
entscheidende Nachteile:
Erstens liegt es am Ende der Welt. Und zweitens passten die Leute nicht
unbedingt zu unserem
zarten Alter von damals 23. Wir haben das Durchschnitts-alter auf 85 Jahre
abgesenkt …“
Auch der Ausflug in eine Nobel-Disco brachte keine Pluspunkte: „Ich
steh’ nicht auf Discos,
zu viele Leute, zu viele Abgedrehte. Nach zwei Tagen sind wir abgereist.
Und ich hab’ gesagt:
Das war es, nie wieder Ibiza!“
Vor sechs Jahren kam Thomas wieder auf die Insel, diesmal mit seiner
jetzigen Frau Claudia:
„Wir haben Freunde besucht – und eine ganz andere Insel kennen
gelernt. Jenseits der
Klischees. In diesem Jahr waren wir dann sechsmal hier, haben uns Häuser
angeschaut,
die uns alle nicht gefallen haben. Wir wollten Meerblick, aber keine alte
Finca – und vor
allem nicht ein Haus in der Walachei.“
Doch dann schien das Traumhaus gefunden: Es war in die Felsen über der
Talamanca
gebaut. Die Anders’ sahen sich das Haus an. Es war Spätherbst, lausig
kalt und regnerisch.
Das war irgendwo ihr Glück: Denn sie stellten fest: Die Heizung tut’s
nicht! Warmes Wasser
gibt es auch nicht! Und der Whirlpool produzierte keine Massage, sondern
ergoss seinen
Inhalt in die untere Hausmeister-Wohnung.
Thomas Anders erinnert sich: „Es war so kalt, dass wir nachts um zwei
Uhr mit dem Auto
– Heizung auf voller Pulle – über die Insel gefahren sind, um nicht
zu erfrieren. Dann kam
auch noch jemand der sagte: „Das Haus ist illegal gebaut worden!“ Da
haben wir uns
innerlich von der Insel verabschiedet.“
Doch es kam anders bei Anders’: Vor zwei Jahren entdeckte Thomas bei der
Lektüre der
„Welt am Sonntag“ folgende Anzeige: „Haus in schöner Anlage bei
Talamanca zu verkaufen!“
Fotos ließen sie sich ins heimatliche Koblenz schicken: „Da haben wir
gesagt: Das ist es!
Seit anderthalb Jahren besitzen wir das Haus hier. Ich mag die Lage, ist
total schön und
auch noch nah an Eivissa!“
Warum wählten Claudia und Thomas Anders nicht Mallorca sondern Ibiza?
Die Antwort des Sängers: „Mallorca ist furchtbar anstrengend. Man ist
wie auf dem
Präsentierteller. Entweder man braucht das – oder nicht. Viele Stars fühlen
sich leer, wenn
sie das nicht haben. Dieses Beachtet- und Gesehenwerden. Schon zum Frühstück
muss man
sich was Tolles anziehen, am Strand muss man gut aussehen, am Abend erst
recht. Das ist
doch nur anstrengend, das brauch ich nicht, das hab ich den Rest des
Jahres! Nach Ibiza
kann man mit wenig Gepäck anreisen: Bequeme Hosen, Hemden, T-Shirts, ein
paar feste
Schuhe und zwei paar Latschen, das ist so angenehm!“
Thomas weiter: „Und man wird komplett in Ruhe gelassen. Wir haben schon
in Botafoch
gesessen, am Nebentisch Eros Ramazotti und Michelle. Dann kam Kate Moss
vorbei
gelaufen, und vorne spazierte Valentino mit seinen Möpsen entlang. Das
sieht keiner,
keinen interessiert es, das ist unglaublich. Oder Schumi kam mit seiner
Yacht an, mit seiner
Familie, ein Kind auf dem Buckel, keinen hat es interessiert. Das ist
einfach toll!“
Und wie denkt Claudia Anders über die Insel?
„Auf Ibiza ist Leben und Leben lassen angesagt“, sagt sie. „Ich
finde es total interessant, wie
die Menschen sich mischen: Lebenskünstler, Wirtschaftsgrößen oder
Stars. Alles dabei.“
Aber das Wichtigste ist die Ruhe, die Claudia und Thomas Anders hier
finden. Weg vom Stress,
abschalten. Und Stress hat Thomas genug. Von den vergangenen 85 Tagen war
er 63 Tage
beruflich unterwegs. Auftritte, Besprechungen, Konzerte, Moderation von
„Best of Formel Eins“
bei Kabel 1. Die Sendung hatte gleich eine Super-Einschaltquote mit 1,5
Millionen Zuschauern.
Thomas lächelt: „Es ist schön, mal was anderes zu machen. Dass die
Leute mal sehen, dass ich
nicht nur singe, sondern auch moderieren kann. Es sind auch für mich neue
Anregungen.“
Sein Terminkalender ist übervoll: Gala-Konzerte in Russland wie im Kreml
oder in St. Petersburg
mit 7000 oder 9000 Menschen, dazu Presseauftritte und Fernsehtermine,
nicht zuletzt die
Vorbereitung der Deutschlandkonzerte. Auch die neue Titel- Musik für „Holiday
on Ice“ soll
Thomas Anders komponieren. Worauf führt er seinen Erfolg zurück?
| Das
Gespräch für IbizaHEUTE führten Redakteurin Wiltrud Schwetje und
Chefredakteur Dieter Abholte. |
 |
Ich
glaube, es wäre zu leicht, zu sagen, wer einfach viel arbeitet, hat
Erfolg. Da kam mehr
hinzu: Nach dem Ende von „Modern Talking“ und dem Bruch mit Dieter
Bohlen stand ich im Focus.
Da kamen viele Leute auf mich zu, die fragten: Möchtest du dieses oder
jenes tun? Vorher haben
sie vielleicht gedacht: „Er hat zu viel zu tun!“ und trauten sich
nicht, mich zu fragen. Ich hätte
während der „Modern Talking“-Zeit ja auch gar keine Solo-Auftritte
machen können.“
Und dann sagt Thomas Anders, der als so fair bekannt ist, wie kaum ein
anderer in der Musik-
Branche, auch noch ein paar Sätze über seinen Ex-Partner von „Modern
Talking“, über Dieter
Bohlen, der ihn in seinem Buch angriff: „Für den wäre Ibiza
wahrscheinlich ein Alptraum,
wahrscheinlich würde er gleich ‘ne Sinnkrise kriegen, weil keiner
hinschaut und keiner ihn
beachtet, wenn er kommt.“
Thomas Frau Claudia fügt hinzu: „Ich – als Thomas’ Partnerin –
bin ganz froh, dass die
Zusammenarbeit beendet ist. Es gab am Ende nur einen Künstler: Dieter
Bohlen! Er ist so wenig
respektvoll mit allen anderen umgegangen. Nach dem ersten Buch musste man
sich ja wirklich
fragen: Kann man sich mit diesem Menschen noch auf eine Bühne stellen?
Wer von seiner Freundin,
mit der er zwölf Jahre gelebt hat, behauptet, sie sei saudoof und
Alkoholikerin! Wenn dies das
Dankeschön ist, für all die Jahre Partnerschaft samt der ganzen
Seitensprünge von seiner Seite…“
Sie vollendet den Satz nicht, schüttelt den Kopf.
Doch zurück zu Ibiza: Die Familie Anders liebt die Insel – auch das
Meer und Formentera. Da wird
auch schon mal mit Freunden eine Yacht gemietet. „Ist zwar echter Luxus
die Yacht, aber es
geht darum mit Freunden und der Familie Spaß zu haben“, meint Thomas
Anders.
Er und seine Frau mögen auch gutes Essen. „El Pato“, „Tu Casa“,
„Ocean Drive“, „Can Gall“,
„Casa Colonial“, „Banyan Palace“ oder mittags in der Sonne das „Yemanja“
an der Cala Jondal
sind ihre bevorzugten Adressen.
Das Leben der Anders’ auf Ibiza hat sich durch den knapp zweijährigen
Sohn Alexander verändert.
Sie sagen: „Früher ging man an den Strand, hat Leute getroffen, hat
sich zum Abendessen
verabredet – meist nicht vor 23 Uhr. Jetzt gehen wir mittags mit
Alexander an den Strand,
essen abends hier einen Salat. Sind viel zu Hause.“
Und das ist ja auch für den viel beschäftigten Thomas Anders eine Art
Erholung.
Übrigens, seine nächsten Konzert-Termine sind am 11. Juni: Berlin,
Columbia-Halle, am 12. Juni:
Oberhausen-Arena.
Am 15. Mai wird Thomas Anders die große Party „Countdown Eurovision”
zum Schlagerwettbewerb
„Grand Prix“ auf der Hamburger Reeperbahn moderieren.
Infos unter www.thomas-anders.com
Text und
Fotos: (c) IbizaHEUTE
(Mai-Ausgabe), mit freundlicher Genehmigung.
Hinweise:
1. Die Zeitung "IbizaHEUTE" ist nicht in Deutschland
erhältlich!
2. Schaut Euch doch auch noch den Bericht
zum Videodreh (April-Ausgabe vom IbizaHEUTE) an.
zurück
|
|
|