

Am 09. März 2006 stand die Entscheidung "Wer
fährt zum Eurovision Song Contest 2006?" an. Die Anwärter
auf die Reise nach Athen waren bereits im Dezember 2005 bekannt gegeben
worden. Vicky Leandros, Texas Lightning und Thomas Anders waren angefragt
worden und hatte bereitwillig zugesagt.

Am 16. Februar 2006 präsentierten sich die
"drei" daraufhin bei einer Pressekonferenz in Hamburg den
Medienvertretern.
Groß war das Interesse, auch wenn es manch' Reporter nicht nur um die
drei Kandidaten ging. Renner im Bezug auf Thomas Anders war die doch so
interessante Frage, was Thomas zum möglichen "Duell
Bohlen/Anders" sagen würde... Thomas stellte fest, dass doch beide
schließlich noch nicht für Athen qualifiziert seien. Er würde sich
daher darüber jetzt noch keine Gedanken machen.
Neben dieser Pressekonferenz, von der u.a. das ZDF
(Leute heute), RTL (Exclusiv), Sat.1 (News
und Blitz), der NDR (Hamburg Journal) und Pro 7
(Newstime) berichteten, standen für die Kandidaten noch weitere
Termine an. Ein wahrer PR-Marathon.
Ein Highlight sollte dabei der Auftritt von Vicky
Leandros, Texas Lightning und Thomas Anders bei Wetten, dass...? in
Frankfurt am Main sein. Dort stellten sie am 04. März ihre Grand
Prix-Songs vor. Jeweils 2 Minuten räumte ihnen das ZDF für die
Präsentation ein. Zum Vollplayback hieß es dann No No Never, Songs That
Live Forever und Don't Break My Heart. Auffällig: bei allen Kandidaten
gab es noch Probleme mit der Synchronität zum Playback und der
eigentliche Fernsehtermin wurde von Thomas Gottschalk auf Teufel kommt
raus verschwiegen. - Lag es etwa daran, dass das ZDF Clevererweise
zeitgleich auch eine Live-Show präsentieren wollte?
[Anmerkung: Hier geht es zum ZDF-Interview
mit Thomas]
Am Montag darauf ging es nach Hamburg zu Beckmann. Dort saßen alle drei Kandidaten im Studio und mussten Rede und Antwort stehen. - Live gesungen wurde auch...
Der nächste Tag brachte alle näher an den Ernst des
Lebens. Die ersten Proben standen im Hamburger Schauspielhaus an (Thomas
bei den Proben in Hamburg - bei der Interpretation des Evergreens
und des Wettbewerbssongs).
Schneller als erwartet stand dann der 09. März vor der
Tür. Der Tag der Entscheidung.
Pünktlich um 20:15 begann die Sendung, die live von der ARD übertragen
wurde. Nach einer kurzen Begrüßung von Thomas Hermanns stellte er die
drei Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Auftritte vor: Thomas Anders,
Texas Lightning und Vicky Leandros, so hatte es die Auslosung gewollt.
Doch bevor die beiden in den Wettstreit treten durften,
plauderte Thomas Hermanns noch ein wenig mit seinen Gästen, den
Super-Grand Prix-Fans Dirk Bach, Joy Fleming, Georg Uecker und Lucy
Diakovska. Sie
berichteten
ein wenig über ihre Verbundenheit mit dem Grand Prix. Anschließend
durften Mary Roos, Corinna May, Ingrid Peters, Lou, Michelle und Joy
Fleming auf die Show-Bühne. In einem großen Medley präsentierten sie
ihre jeweiligen Grand Prix-Titel. Wer dabei Deutschlands einzigstes Grand
Prix-Siegerlied suchte, wurde enttäuscht. Sängerin Nicole hatte ihren
Auftritt ein paar Tage zuvor abgesagt, da ihr die 1,5 Minuten, die ihr und
ihrem Lied innerhalb des Medleys zur Verfügung gestanden hätten, nicht
lang genug waren. Schade eigentlich...
Nach einer weiteren kurzen Gesprächsrunde durften Domenico
Modugno ausgesucht. - Er selbst war davon überrascht, dass
der Evergreen ein Grand Prix-Titel war, aber es stimmt. 1958
ging Italien damit an den Start und wurde Dritter. - Seinen
Auftritt meisterte Thomas
gut und fehlerfrei. Im kurzen Interview mit Thomas Hermanns kündigte er
an, dass er sich für den zweiten Song noch dezent umziehen würde. -
Thomas wechselte vom schwarzen Anzug mit weißem Hemd auf schwarzer Anzug
mit schwarzem Hemd...
Nach Thomas waren dann Texas Lightning
an der Reihe. Sie hatten sich Waterloo von Abba ausgesucht. Etwas
ungewöhnlich interpretierten sie den schwedischen Siegersong von 1974 im
Countrymusik-Stil. - Nicht jedermanns Sache... Vicky Leandros dann machte
es sich "einfach", sie sang einfach ihren eigenen Siegertitel
aus dem Jahre 1972 Aprés toi. Heimspiel sozusagen.
Anschließend folgte die
"Kür". Thomas saß am Flügel, umringt von seinen
Begleiterinnen, die ganz in weiß gekleidet waren. - Doch was war das,
nach wenigen Takten war nur noch Thomas' Stimme zu hören. Die Musik
verstummte. Na ja, das kann ja mal passieren.
Also
zweiter Anlauf. Doch auch dieser stand unter keinem guten Stern. Erneut
versagte die Technik, sprich die Musik. Thomas, ganz Profi, bot lachend
an, dass er den Song auch ohne Musik präsentieren könnte, "Ich kann
das auch a capella singen, wenn Ihr das mit der Technik nicht
hinkriegt!". Doch der NDR nutzte die dritte Chance und so konnte
Thomas endlich mit Songs That Live Forever so richtig loslegen. -
Fehlerfrei und perfekt getimt! Sichtlich erleichtert und stolz beendete er
seine Darbietung. Der Applaus war groß. Und bezüglich der Panne unkte
Georg Uecker später "Stimmt es, dass Dieter Bohlen gerade verhaftet
wurde, weil er Thomas Anders die Kabel rausgezogen hat?". - Näheres
dazu ist nicht bekannt, aber der Express (10.03.2006) fand:
"...doch der Koblenzer gab sich ganz Profi, überspielte mit Charme
und Gelassenheit die peinliche Panne." Und Stern
online befand, "Thomas Anders ist immerhin zu attestieren,
dass er einen professionellen Auftritt hingelegt hat mit einer soliden
Ballade, die Deutschland international sicherlich keine Schande bereitet hätte.
Zudem ließ sich der Ex-Modern-Talking-Sänger von technischen Pannen
nicht aus dem Konzept bringen und überspielte routiniert den zweifachen
Ausfall des Playback."
Nach Thomas betraten dann die fünf von
Texas Lightning die Bühne. Sängerin Jane ganz in rosa und ihre Begleiter
ganz in weiß. No No Never, von Sängerin Jane geschrieben, war der
einzige flotte Song im Wettbewerb und so ging das Publikum auch gleich
bereitwillig mit. Die fünf Country-Musiker räumten dann für Vicky
Leandros die Bühne. Ganz in rot gekleidet intonierte sie ihre Ballade
Don't Break My Heart. - Leider traf sie dabei (zumindest für Laien-Ohren)
nicht immer die richtigen Töne. Schade eigentlich, war sie doch in
sämtlichen Medien zuvor als DIE Favoritin schlechthin gehandelt worden.
Mehr noch, für viele war der eigentliche Vorentscheid nur eine Farce, da
sie sich so sicher waren, dass Vicky nach Athen fliegen würde. Stefan
Raab wäre dies übrigens eine "Eule nach Athen tragen" gewesen
(TV total, 08.03.2006) und selbst Bernhard Brink beobachtete den
Hype etwas distanzierter: "Wenn ich so in die Zeitungen schaue,
scheint es fast der "Vicky Leandros-Vorentscheid"! Aber
tatsächlich wird nicht gewählt, welches Lied sie in Athen singen wird,
sondern wer überhaupt da hinfährt!" (Das neue Blatt,
08.03.2006).
Bevor die Zuschauer dann offiziell zum
Telefon greifen durften, präsentierte Thomas Hermanns den
Schnelldurchlauf sowie die Telefonnummern inkl. Endziffern fürs Voting.
Während des Auftrittes von HaPe Kerkeling, der Insieme von Toto Cutugno
aus dem Jahre 1990 präsentierte, waren offiziell die Leitungen geöffnet.
Gevotet werden konnte per Anruf oder per SMS. - Dies wurde von einigen
Fans natürlich ausgiebig genutzt. Links das Telefon mit Wahlwiederholung
und rechts das Handy... Claudia hatte es ja schließlich mehr oder minder
vorgemacht...

Ziel:

Die Auswertung der Anrufe, die übrigens
laut Bild schon lange vor dem eigentlichen Aufruf in der Sendung
erfolgen konnten
(10.03.2006) erfolgte dann während der Darbietung internationaler Grand
Prix-Klassiker. Für dieses Medley hatte der NDR Brotherhood of
Man, die Olsen Brothers sowie Dana International eingeladen. Sie
präsentierten ihre Siegerhits Save Your Kisses For Me, Fly On The Wings
Of Love und Diva.
Anschließend durften sich alle
Beteiligten auf der Bühne einfinden und Thomas Hermanns gab zusammen mit
Lys Assia, die im Jahre 1956 als Erste den Grand Prix gewonnen hatte, den
Sieger des Abend bekannt: Texas Lightning. Sie werden Deutschland am 20.
Mai mit No No Never in Athen vertreten.